9. Februar 2008, 15 Uhr

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Ausflugswetter. Heute wollte ich nach Polen fahren. Nach Słubice. Einmal Regionalbahn bis Frankfurt (Oder) und dann mit dem Rad über die Oder. Leider bin ich zu doof für das Fahrkartenverkaufssystem der Deutschen Bahn oder die Deutsche Bahn ist zu doof, ihre Fahrkarten zu verkaufen. Im Internet geht’s nicht. Also dachte ich, ich zieh mir ne Fahrkarte am Automaten auf dem Bahnsteig. Auf dem Bahnsteig am Alexanderplatz gibt es keine Fahrkartenautomaten. Also mit dem Rad wieder eine Etage tiefer (noch 5 Minuten bis zur Abfahrt des Zuges), Touristinnen bevölkern einen Automaten. Als ich dran bin, liegen 2 Euro in der Ausgabe und ich habe noch 2 Minuten Zeit. Auf Eintippen von »Frankfurt (Oder)« als Fahrziel und der Option der Bahncard werden mir 90 Cent Ticketpreis angeboten. Kann ja nicht sein. Also nochmal von vorne. Von Berlin, Alexanderplatz, nach Frankfurt (Oder), Bahnhof: 0,90 Euro. Verflixt. Ich beschließe, das Ticket in den hoffentlich in den Regionalzügen vorhandenen Fahrkartenautomaten zu ziehen und bewege mich wieder auf den Bahnsteig. Da fährt mein Zug gerade ab. Ohne mich. Gut. Heute also nicht nach Polen. Ich könnte eine halbe Stunde warten und den nächsten Zug (noch immer ohne Fahrkarte) nehmen, beschließe, die Reise auf morgen zu verschieben, mich aber heute mit einem Ticket für Hin- und Rückfahrt nebst Fahrradkarte zu versorgen. An einem anderen Automaten werde ich auf Spanisch aufgefordert, meine Bahncard einzuführen (der Sprachwechsel gelingt mir nicht), dann kommt eine Fehlermeldung, die ich nicht verstehe. Nächster Automat: Der spricht deutsch, will auch erstmal meine Bahncard, die er aber angeblich nicht auslesen kann. Ich soll mich mit einer Bahnhotline verbinden. Ich bleibe tapfer und klicke mich auf dem Touchscreen weiter durch die Menüs, gebe Abfahrtsort und Ziel ein, werde gefragt, wann ich denn fahren möchte und kann mir am Ende eine Verbindungsübersicht ausdrucken lassen. Toll. Wieder kein Ticket.

Dann eben heute ein neuer Versuch, in Mitte ein vernünftiges Café mit WLAN-Zugang zu finden, das nicht allzu versnobt daherkommt. Ich sitze nun am Rosenthaler Platz im Sankt Oberholz, habe einen Latte Macchiato und ein Stück eines sehr leckeren Schokoladenkuchens mit vermutlich mindestens 2.000 Kalorien vor mir. Draußen pulsiert die Stadt, draußen sitzen ganz viele Leute (Berliner müssen selbstverständlich sofort beim ersten halbwegs warmen Sonnenschein draußen sitzen), drinnen wird wenig geraucht, der Laden ist zwar Mitteschickimicki, aber auf angenehm zurückhaltende Art. In Frankfurt oder Słubice hätte es mir nicht besser ergehen können.

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Selbstverständlich alles voll mit Laptops, die Hälfte davon Macs und alle scheinen ihr Filesharing aktiviert zu haben …

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Ach ja: Die gefundenen 2 Euro hab ich einem Junkieschnorrer geschenkt. Der faselte was von “kann ich dir ja zurückschicken”. Ich verzichtete aber auf Adressentausch.