28. Mai 2008, 19.25 Uhr

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Heute habe ich einen kleinen Ausflug Richtung Westen unternommen. Die US-Botschaft am Pariser Platz mit schlaff hängender amerikanischer Flagge wollte ich nicht fotografieren (finde ich noch immer potthässlich). Dafür am östlichen Tiergartenrand gegenüber vom Holocaust-Mahnmal das gestern eingeweihte Mahnmal für die von den Nazis verfolgten Homosexuellen. Oder wie heißt das Ding ganz offiziell? Wie auch immer: Ich finde es schön. Steht etwas windschief und verloren im Park rum. Wie so manche Schwuppe auch. Das Material fasst sich schön an, der Endlosfilm mit dem sich küssenden Männerpaar gefällt mir ausgesprochen gut. Sehr innig. Sehr intim. Sehr liebevoll. Dass dieses Denkmal längst überfällig war, sollte dem letzten Zweifer bei diesem Zitat aus der Berliner Zeitung von heute klar sein:

Für sie [die schwulen Opfer der Nazis] kommt das Denkmal zu spät, der letzte schwule KZ-Überlebende starb 2005. Es war Pierre Seel, und Günter Dworek, Sprecher des Lesben- und Schwulenverbandes, erinnerte gestern an sein Schicksal. Als 17-Jähriger wurde Seel im Elsass verhaftet und kam in verschiedene Lager. In Schirmeck-Vorbruck musste er der Hinrichtung seines Geliebten zusehen. Zu Wagner-Klängen zog man den Freund nackt aus, während alle Gefangenen angetreten waren. Man stülpte ihm einen Eimer über den Kopf und ließ Schäferhunde los, die ihn zerrissen.

Barbaren, die Säcke, die auch unsere Großväter waren.