28. Juli 2008, 18.45 Uhr

Irgendwie ein klein wenig bitter: Da rauschen nun im Zug innerhalb von nicht einmal f

Nachtrag 22.45 Uhr: Jetzt fange ich aber an, WordPress zu hassen. Ich hatte im Zug noch so viel Tolles geschrieben. Alles futsch. Scheisse.

Nachtrag 11.08.2008: Ich versuche, meine durch den WP-Bug verloren gegangenen Gedanken aus dem Zug zu rekapitulieren:

Da rauschten also im Zug innerhalb von nicht einmal fünf Stunden die Stationen von fünf anstrengenden, aber auch sehr schönen Tagen an mir vorbei. Strecken, die mich vor allem am Abend teilweise extrem arschschmerzende Stunden kosteten, waren mit dem Zug nach 30 Minuten zurückgelegt.

Man wird sich der Bequemlichkeit unserer heutigen Fortbewegungsmittel bewusst. Man bekommt ein Gefühl dafür, was Reisen früher bedeutet haben muss. Fortbewegen wirklich aus eigener Kraft.

Ob ich’s noch einmal machen würde? Auf alle Fälle! Es hatte etwas Meditierendes. Ich war nur ich. Meine Gedanken kreisten nur ums Fortwärtskommen. Oder um die Schönheit der Natur, die ich sah. Oder den Schrecken der Menschheit. Leider muss ich persönlich das gerne gepflegte Vorurteil der rechtsextremen Dummbratzen in Ostdeutschland bestätigen. Am schlimmsten fand ich Wittenberge. Betrunkene Nazis in Horden zusammengerottet finde ich nicht wirklich prickelnd.

Dann hatte ich im Zug noch den Gedanken, dass Brandenburg und das südliche Mecklenburg vielleicht einfach noch zwei Jahrzehnte brauchen. Bis dahin lebt kaum noch jemand dort. In zwanzig Jahren wird sich dann kaum ein Durchschnittsverdiener Flugreisen oder Tankfüllungen für 2.000 Kilometer leisten können. Der Sommer 2028 ist dank Klimawandel auch in Deutschland verlässlich heiß und trocken. Vielleicht boomt dann endlich der Tourismus in diesen zwei Bundesländern. Und alle werden – wie ich es gemacht habe – mit dem Rad durch die Natur strampeln und sich ihrer erfreuen. Mein Vater hat mir vor über dreißig Jahren mal auf einer Tour von Süd- nach Norddeutschland von der Schönheit Deutschlands vorgeschwärmt. Ich hab damals nichts verstanden und dachte »was erzählt der mir denn?«. Heute empfinde ich es selbst so. Wozu Spanien, Indien, Südsee? Um CO₂ in die Atmosphäre zu blasen? Um nach erholsamen Wochen doch gestresst nach Hause zu kommen, weil man einen Horrorrückflug oder eine Horrorrückfahrt hinter sich hat bringen müssen?

Passend dazu las ich an jenem Morgen zum Frühstück in Melsdorf in den Kieler Nachrichten, dass das brandenburgische Wirtschaftsministerium die »Gießkannenförderung« einstellen will. Also nur noch gezielte Wirtschaftsförderung dort, wo es sich auch lohnt. In dem Artikel stand so schön, dass nun ganz Ostdeutschland herausgeputzt ist (kann ich für meine Tour größtenteils bestätigen), dass nun auch um die kleinste Stadt Umgehungsstraßen gebaut wurden. Nur dass diese Umgehungsstraßen um leere Städte führen.

Also: Wer im Sommer 2008 noch etwas erleben will, soll sich sein Fahrrad schnappen und zum Beispiel an der Mittelelbe langfahren. Es müssen ja nicht gleich 500 Kilometer sein.

Fortsetzung