Reisen mit der Bahn
29. September 2008, 16.17 Uhr

Mein Zug sollte laut Fahrplan um 16.10 Uhr am Berliner Hauptbahnhof ankommen. Tat er nicht. Er hatte ein wenig Verspätung. Wie man sieht, stand ich aber um 16.17 Uhr bereits auf dem Bahnsteig. Fünf Minuten Verspätung sind nach meiner Definition total pünktlich. Warum ich das hier erwähne? Weil sonst so gerne über die Bahn gemault wird. Ich bin in den letzten drei Jahren für über 2.000 Bahnbonuspunkte (neubahndeutsch heißt das »bahn.bonus-Punkte«) mit der Deutchen Bahn gefahren und kann mich an keine dramatische Verspätung, an kein Liegenbleiben mitten auf der Strecke, an keinen verpassten Anschlusszug oder dergleichen erinnern. Nachdem ich kürzlich von einer mittelgroßen Panne auf einer Bahnreise gelesen hatte, habe ich mir vorgenommen, meine Erfahrungen mit der Deutschen Bahn, egal ob gute oder schlechte, niederzuschreiben. Diesmal gab es für Hin- und Rückfahrt von Berlin ins Rheinland von mir die volle Punktzahl. Kein Grund, irgendetwas zu beansttanden.
Das Einzige, was ich echt total gaga finde, ist die Methode, wie man seine gesammelten Punkte einlösen darf: Per Webinterface muss man einen Gutschein bestellen, der einem mit der Schneckenpost zugeschickt wird, damit marschiert man dann zum Bahnschalter, pardon, zum ReiseZentrum der Deutschen Bahn und bekommt dort seine Fahrkarte. Selbstredend nicht die für die Verbindung, die man sich wünscht, sondern irgendwelche Tagesrandzeitverbindungen, zu denen eh kein Schwein fahren will. Zum Beispiel wollte ich Freitag nachmittags ins Rheinland fahren und Sonntagabend zurück nach Berlin. Statt dessen bekam ich ein Ticket am Samstag um sechs Uhr morgens hin und Montagvormittag um elf Uhr zurück. Hätte ich auf meine ursprünglichen Reisedaten bestanden, wäre ich wohl um Fahrkarten zum Normaltarif (mit BahnCard 25 immerhin schlappe 153 Euro) nicht herumgekommen. Dafür hätte es aber auch schon wieder 153 Bonuspunkte gegeben …
29 Sep 2008 Achim Bodewig




