24. Januar 2009

Vierter und vorerst letzter Teil meiner kleinen Reihe »Apple für Anfänger«.

Wer seinen Mac nur nutzt, um ab und zu Nachrichten via Facebook, StudiVZ, GayRomeo oder XING zu verschicken oder E-Mail ausschließlich und unkomfortabel via Webmail pflegen möchte, muss sich um meine nun folgenden Tipps nicht kümmern.

Für mich ist mein Mac (bzw. sind meine Macs und mein iPod touch) inzwischen mein Kommunikationsdrehkreuz geworden. Radio höre ich schon lange nicht mehr. Auf die Glotze könnte ich verzichten (wenn auch schwer auf arte). Auf das Tageszeitungsabo auch. Aber nicht auf Apple Mail, iChat und NetNewsWire.

(An dieser Stelle möchte ich übrigens mein tiefes Mitgefühl mit Barack Obama mitteilen. Der arme Mann muss zumindest eine Zeitlang sein Equipment dieser Art abgeben. Das wäre für mich ja vermutlich der einzige Grund gewesen, dieses Amt nicht anzustreben …)

Hier die Liste der für mich unverzichtbaren Kommunikationswerkzeuge auf dem Mac:

Apple Mail ist das mit Mac OS X mitinstallierte E-Mail-Programm. Das kann alles, was man per Webmail machen kann, nur noch eleganter. Und vor allem: Es kann mehrere E-Mail-Konten gleichzeitig verwalten. Das können selbstverständlich auch andere E-Mail-Programme wie Thunderbird oder Entourage auch. Thunderbird mag der eine oder andere Umsteiger von Windows schon kennen. Über das Schrottprogramm Entourage sprechen wir besser nicht (Bugs, hässliche Darstellung von HTML, keine Einbindung des Adressbuches, Abkacken bei Erreichen einer Maximalgröße der Datenbank etc, pp). Mir ist Apple Mail jedoch wegen Funktionsumfangs, klarer und eleganter Optik und Zuverlässigkeit am liebsten.

Aus dem Adressbuch lassen sich mit ein paar Erweiterungen zum Beispiel auch SMS verschicken, Routen berechnen, Geburtstage verwalten, Mobiltelefone abgleichen oder E-Mail-Gruppen erstellen.

iChat ist ein Text-, Audio- und Videochatprogramm, das ebenfalls mit Mac OS X geliefert wird. Für die Audio- und Videofunktionen ist natürlich entsprechende Hardware bei beiden Kommunikationspartnern nötig. Alle aktuellen iMacs und MacBooks werden mit einer integrierten Kamera, der iSight, ausgerüstet. Damit sind sogar Konferenzschaltungen mit bis zu fünf Teilnehmern möglich. iChat arbeitet mit dem Protokoll von AIM (AOL Instant Messanger), kann also auch mit Windows-Rechnern kommunizieren. Was ich an iChat in der Version 4 (seit Mac 10.5) sehr schätze: Man kann damit einen anderen Mac fernsteuern oder sich selbst auf den Bildschirm schauen lassen. So konnte ich schon manches Problem aus der Ferne beheben oder auch ganze Programmschulungen abhalten.

iChat beherrscht außer dem AIM-Protokoll selbstredend auch mac.com, MobileMe sowie das Protokoll von ICQ (einfach die ICQ-Nummer eingeben) und das von GoogleTalk. Dafür wird in iChat Jabber konfiguriert. Bei mac.com konnte man sich einen kostenlosen Probeaccount holen, alle Funktionen verfielen nach 90 Tagen, der iChat-Name blieb einem erhalten. Ob das in dieser Form auch bei MobileMe funktioniert, weiß ich nicht. Ein Benutzername bei AIM ist noch immer kostenlos zu haben (»Get a Screen Name«).

Wer mehrere iChat-Konten nutzt, sollte sich auch Chax holen. Chax fasst mehrere iChat-Konten in einem Fenster zusammen.

NetNewsWire ist ein Programm, das nicht zum Umfang von OS X gehört, das man sich aber kostenlos holen kann. Damit werden so genannte RSS-Feeds verwaltet. Das lohnt sich für alle, die mehr als nur ein Online-Nachrichtenportal besuchen oder sich regelmäßig mehrere Blogs anzeigen lassen wollen. Das kann man theoretisch auch mit Safari oder Apple Mail machen, mit NetNewsWire ist es für meinen Geschmack aber übersichtlicher und man kann damit vor allem auch mehrere Rechner und sogar sein iPhone bzw. seinen iPod touch versorgen und diese Geräte über einen Server kostenlos synchronisieren.

Ist NetNewsWire einmal installiert, muss man nur noch in Safari oder Mail angeben, dass in Zukunft NetNewsWire der Standard-RSS-Reader ist:

2009-01-24-safari-rss.jpg

Anschließend kann man sich alle Seiten abonnieren, die mit RSS-Logo versehen sind: 2009-01-24-feed-icon.png 2009-01-24-rss-logo.jpg

Nachtrag vom 28. Juli 2010:

Alternativ zu NetNewsWire kann man auch mit Gruml arbeiten. Aktuell (Juli 2010) hat NetNewsWire Schwierigkeiten mit der Synchronisierung via Google Reader. Gruml beherrscht sie. Wer nur mit einem Gerät RSS-Feeds abonnieren möchte, kann weiterhin mit NetNewsWire arbeiten.

Viel Spaß beim Nerden!