Spessart-Odenwald-Fundstücke
25. April 2009
Der aufmerksame Leser hat es schon mitbekommen: Ich befinde mich derzeit in Süddeutschland. Genauer: in Goldbach bei Aschaffenburg. Das liegt im äußersten nordwestlichen Zipfel Bayerns, gehört zu Unterfranken und liegt am Main. Die Landschaft drumherum ist der Spessart (nördlich des Mains) bzw. der Odenwald (südlich des Mains).
Mit dieser ganzen Gegend habe ich persönlich nicht so wahnsinnig viel am Hut, zwei meiner drei Schwestern leben aber hier, und so auch viele meiner unzähligen Neffen und Nichten. In meiner Kindheit und Jugend verbrachte ich ab und zu Ferien bei meinen (älteren) Schwestern, so ist mir die Gegend doch ein bisschen vertraut. Seit meinem Umzug nach Berlin vor über zwanzig Jahren halte ich mich hier kaum noch auf.
Meine älteste Nichte wurde diese Woche dreißig. Sie ist die, die in Goldbach lebt. Donnerstag gab es Familienfest, heute ist Party für Freunde angesagt. Meine Hilfe bei den Partyvorbereitungen wird nicht gebraucht, das Wetter ist toll, es steht mir ein geiles Fahrrad zur Verfügung, meine Schwestern habe ich Donnerstag nur im großen Familiengewühl gesehen, also fahre ich heute nach Miltenberg, wo eine der Schwestern lebt. Mir wurden mehrere Autos angeboten, aber ich nehme mir lieber das geile Rad und hoffe auf ein bisschen Deutsche Bahn, wenn mir die Strecke von etwa fünfzig Kilometer zu viel oder der Sattel zu hart werden sollte.

10.35 Uhr. Vor fünfzig Kilometer Rad fahren erlaube ich mir sogar Nutella zum Frühstück.

10.40 Uhr. Das pulsierende Zentrum Goldbachs (man beachte den Siebzigerjahrechic der Schaufenster!):

13.04 Uhr. Gelb. Viel Gelb. Total viel Gelb. Irgendwo bei Obernburg:

13.13 Uhr. Im Gegensatz zu dem Maikäfer in meiner Wohnung ist der hier wirklich sehr lebendig:

Das war totales Kindheitsgefühl auf dem Finger. Dieses leichte Ziehen der Maikäferbeinchenwiderhaken auf der Haut.
13.18 Uhr. Mein tolles Gästefahrrad:

13.31 Uhr. Tulpenarrangement bei Obernburg:

14 Uhr. Weinberge bei Klingenberg:

14.41 Uhr. Extra für Herrn N. fotografiert: Die Mainbrücke in Miltenberg.

14.48 Uhr. Dieses Ensemble kennt jeder, der als Kind in Westdeutschland eine H0-Modelleisenbahn besaß: Das Miltenberger Schnatterloch.

14.51 Uhr. Der »Riesen«, das angeblich älteste Gasthaus Deutschlands:

14.53 Uhr. Das mit Sicherheit schönste Auto der Welt:

Es folgen fünf Stunden fotografisch nicht dokumentiertes Geschwistertreffen.
18.04 Uhr. Nochmals für Herrn N. fotografiert: Die Mainbrücke in Miltenberg.

Diese Brücke ist sozusagen die große Schwester der Berliner Jungfernbrücke über die Spree bei uns »im Kiez«. Die Jungfernbrücke besteht wie die Miltenberger Mainbrücke aus Miltenberger rotem Sandstein.
18.32 Uhr. Detail aus einem Familienerinnerungsfoto. Man beachte meine passend zum Sandstein rote Haut. Mein zweiter Sonnenbrand in diesem Jahr. Diesmal aber so richtig.

20.12 Uhr. Ende der Radtour, Umstieg auf die Bahn:

25 Apr 2009 Achim Bodewig





ahhhh, DAS ist die brücke! irgendwas kam mir bekannt vor.
da bist du ja direkt an meinem “Heimatdorf” vorbeigeradelt. Fotos von Obernburg und Klingenberg. Schade das Erlenbach dazwischen deiner Aufmerksamkeit entgangen ist… PS: steht am Ortseingang von Miltenberg immer noch das Schild “Perle des Untermains”?
hallo tomse, keene ahnung, ob das schild noch steht. ist mir nicht aufgefallen. aber miltenberg IST die perle des untermains. ich bin ja auch in so einer fachwerkstadt aufgewachsen, aber wenn man das nach zwei jahrzehnten berlin nicht mehr vom täglichen anschauen kennt, haut es einen schon um. miltenberg ist ein total schnuckeliges kleines puppenstubendorf.
erlenbach werde ich dann beim nächsten mal etwas mehr aufmerksamkeit zukommen lassen. ich hab aber an dich gedacht. ich wusste nur nicht mehr genau, von wo du kommst und wo deine mami csu-landfrauenvorsteherin ist … ;-)
lass mutti aus dem spiel!
grins, nein, csu-landfrauenvorsteherin ist und war sie nie. und danke für die Gedanken, ich denke auch manchmal an berlin… ;-)