25. Juni 2009, 19 Uhr

Eben habe ich mit dem Fahrrad die Karl-Liebknecht-Straße am Berliner Dom gequert. Auf dem Fußgängerübergang. Die Straße ist an der Stelle sechsspurig. Also richtig breit. Dort steht für den Fußgängerübergang eine Ampel. Ich habe brav drauf gewartet, dass ich (mit etwa einem Dutzend anderer Leute) Grün bekam. Dann rollte ich langsam auf die Straße, sah eine Radfahrerin aus Richtung Alexanderplatz anpesen. Sie machte keine Ansätze zu bremsen. Statt dessen schrie sie mich spitz und leicht hysterisch an: »Iiiiii. Pass doch auf!« Ich bin dann stehen geblieben. In ihrem Weg. Extra in ihrem Weg. Sie kam dann doch auf die Idee zu bremsen. Ich fragte sie, wie man ein kleines Kind fragt: »Was zeigt die Ampel für dich?«, dann kam sie wohl auf die Idee, dass eine rote Ampel auch für eine Frau auf einem Fahrrad gelten könnte und trollte sich unter einem gemurmelten »Ich hab nicht auf die Ampel geguckt«.

Mal wieder eine neue Lektion für mich in Sachen Frauenlogik. Erstmal schreien. Und andere anmachen. Ehe man bremst.