17. September 2009, 2.45 Uhr

Eigentlich dachte ich mir heute früh noch, dass ich im Laufe des Tages von den überragenden Qualitäten meines neuen Scanners schreiben könnte. Dieser Scanner entpuppt sich aber inzwischen als einzige Katastrophe. Doch der Reihe nach:

Im Moment arbeite ich an einem Ausstellungskatalog. In dem Katalog werden etwa zweihundert Bilder gezeigt, davon dreißig bis vierzig Kunstwerke. Hauptsächlich Gemälde. Von den Museen, von denen die Gemälde für die Ausstellung kommen, gibt es inzwischen fast immer digitale Vorlagen. Sehr hoch aufgelöste TIFFs oder JPGs. Ab und zu aber auch klassischen Ektachrome. Das sind großformatige Dias. Einen sehr guten Kleinbilddiascanner mit 8.000 dpi Auflösung habe ich bereits. Der hilft bei den Ektachromen aber nicht. Mein bisheriger A-4-Scanner von Canon kann kein Durchlicht. Üblicherweise gibt man solche Vorlagen an Reprofirmen, die die Dias mit vor ein paar Jahren noch mit sechsstelligen D-Mark-Summen unerschwinglich teuren Trommel- oder mindestens fünfstellig teuren Flachbettscannern digitalisieren. Diese Dienstleistung ist nicht ganz billig. Außerdem ist man sehr unflexibel, wenn man immer alle Durchlichtvorlagen außer Haus geben muss. Ein guter moderner Scanner liefert heute die Qualität, für die man vor zehn Jahren noch diese Monsterscanner kaufen musste. Also entschloss ich mich vor einer Woche, einen neuen Scanner zu kaufen.

Richtig großformatige Kunstdrucke werde ich wohl nie machen. Für meine Ansprüche tut es ein sehr guter DIN-A-4-Flachbettscanner mit Durchlichteinheit. Die gibt es für unter 1.000 Euro. Nach langen Recherchen hatte ich mein Wunschgerät. Ein Microtek ScanMaker i900. Kostet mit der von mir schon sehr Jahren sehr geschätzten Scansoftware SilverFast etwa 650 Euro. Den Scanner habe ich dann letzte Woche bei cyberport.de bestellt. Wenige Tage später bekam ich statt einer Versandbestätigung die Nachricht, dass das Gerät derzeit nicht lieferbar sei und mir auch kein verbindlicher Liefertermin genannt werden könne. Ich rief dann bei cyberport an und disponierte telefonisch um. Auf das kleinere Modell. Den ScanMaker i800. Den hatte ich mir bei meinen Recherchen auch schon unter die Lupe genommen. Von den technischen Daten und der Konstruktion des Scanners erschien mir der i900 aber auf alle Fälle als das bessere Gerät. Aber ich brauche den Scanner jetzt. Und nicht vielleicht in vier Wochen.

Heute also kam das Teil. Ich hatte tagsüber noch genug anderen Kram zu erledigen. Gegen 22 Uhr machte ich mich ans Auspacken und Installieren. Alles gut. Bis zum ersten Scanversuch. Der Scanner braucht erstmal ewig, ehe er dem Mac als bereit erscheint. Dann meldet die Microtek-eigene Scansoftware ScanWizard nach erfolgreichem Prescan immer, dass dem Scanner entweder die Durchlichteinheit, der Dokumenteneinzug oder der Filmhalter fehle und verweigert den Hauptscan.

2009-09-17-microtekfehler.png

Sehr logisch. Ohne Durchlichteinheit hätte er den Prescan gar nicht durchführen können. Also ab in die Tonne mit ScanWizard.

SilverFast installiert und gestartet. Mit SilverFast arbeite ich schon seit Jahren und bin sehr angetan von der Software. In Kombination mit dem ScanMaker i800 kann aber offenbar auch die beste Software nichts ausrichten. Der Scanner scannt. Beim nächsten Dia scannt er wieder nicht. Kalibriert sich ewig, um dann doch auszusteigen. Mal stürzt Photoshop ab, mal SilverFast. Beim nächsten Bild wird der Prescan komplett verweigert. Schließlich vergisst SilverFast beim nächsten Absturz auch noch, dass ich es schon einmal registriert habe. Also wieder die CD einlegen und die Seriennummer eintippen. Super. Tolles Arbeiten.

Entweder bin ich zu doof, dieses Gerät zu bedienen oder es ist wirklich großer Mist. Für das Scannen von sechs Bildern habe ich nun sechs Stunden gebraucht (inzwischen ist es nach 4 Uhr).

Die Ergebnisse – wenn man denn nach Stunden und ewigen neuen Anläufen endlich ein Ergebnis auf dem Bildschirm hat – sind durchaus zufriedenstellend. Aber eben auch nicht herausragend. Mit etwas Gefummel und Geschraube in Photoshop sind die Scans dann sehr brauchbar. Ich möchte aber Scans machen können, die ich sofort und ohne Gefummel verwenden kann. Wie ich es von meinem Diascanner kenne. Dem Nikon Super Coolscan 4000 ED.

Ich befürchte, ich werde nicht glücklich mit dem i800 von Microtek. Ich werde ihn wohl zurückgeben und mir den i900 besorgen.

Hat jemand von euch gute Erfahrungen mit einem Scanner meiner Ansprüche? SilverFast muss dabei sein (vor allem wegen der Entrasterungsfunktion im Aufsichtbereich), der Durchlichtbereich darf nicht nur einen kleinen Streifen für Kleinbildfilme hergeben. Schnell soll er sein. Und ordentliche Farben liefern.