30. Oktober 2009, 14.30 Uhr

Wir scheinen den ersten Aufstieg bewältigt zu haben. Es war unterwegs wirklich eine Pracht. Ein Traum in Gelb und Rot. Wie muss das erst bei Sonnenschein aussehen?

Jetzt fährt der Zug (bzw. zuckelt und wackelt gemütlich) über eine Hochebene.

Noch ein paar Worte zu den Einheimischen: Völlig klar, dass auch in den Nichtraucherabteilen gequarzt wird, was das Zeug hält. Völlig klar auch, dass man seinen Müll aus dem fahrenden Zug schmeißt. Ich versteh’s nicht. Da haben sie hier so eine wunderschöne Natur und dann gehen sie so beschissen damit um.

Der Zug hält gerade in Velingrad. Das zusteigende Publikum wird sehr rustikal. Also wirklich sehr rustikal.

Bis eben saß ich alleine mit einem Typen im Abteil (von meiner Freundin Marianna hab ich mich schon vor einer Stunde verabschiedet, weil ich mich der besseren Aussicht wegen und weil man dort die Fenster ganz öffnen kann, in den letzten Waggon gesetzt habe), der versuchte mir mit ins Gespräch zu kommen. Ich scheine hier wie ein Außerirdischer zu wirken, so wie ich angeguckt werde. Der Typ also wollte mit mir reden. Über Fußball. Mit mir! Der ist vielleicht ein Viertel jünger als ich, hat aber maximal ein Viertel der Zähne, die ich noch habe (mein Gebiss ist bis auf Weisheitszähne und vier, die mir als Kind wegen Kieferregulierung entfernt werden mussten, noch komplett). Überhaupt scheint hier kaum einer noch all seine Zähne zu haben. Kein Wunder, dass ich auf 25 geschätzt werde.

Die Strecke wird wieder spannend.