16. Juli 2010, 23 Uhr

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Heute mache ich ganz vieles wahrscheinlich das letzte Mal. Zumindest das letzte Mal in diesem Sommer und an der Danziger Bucht (Zatoka Gdańska). Ich war am Abend das letzte Mal in der Ostsee schwimmen (außer, ich stehe morgen wirklich ganz früh auf). Ich bin heute das letzte Mal den absolut geilen Radweg von Zoppot (Sopot) nach Danzig (Gdańsk) entlang gebrettert. Ich habe mich heute ein letztes Mal von der Schönheit Danzigs (Gdańsk) hinreißen lassen. Ich trinke aktuell mein vermutlich letztes Bier im Mandarynka.

Hier im Mandarynka geht voll die Post ab. Unter der Woche ist der Laden nur eine Tagesbar und schließt gegen 23 Uhr. Am Wochenende ist im Obergeschoss Disko. Es läuft schicke Musik und es laufen schicke Menschen an mir vorbei. Ich sitze noch unten, werde mich gleich mal nach oben bewegen.

Noch drei bis fünf Worte zu den Eindrücken, die ich heute hatte:

Ich wollte eigentlich an den Strand von Heubude (Stogi) fahren. Dort ist FKK erlaubt oder geduldet und ich wollte meine weißen Oberschenkel ein wenig nachbräunen. Als ich gegen Mittag in Zoppot (Sopot) losfuhr, schwor ich mir noch, auf keinen Fall in Danzig (Gdańsk) anzuhalten, sondern die knapp zwanzig Kilometer bis Heubude (Stogi) am Stück durchzufahren. Es ist mir nicht gelungen. Danzig (Gdańsk) fängt einen immer wieder. Dort noch ein Foto, hier noch ein bisschen gucken, da noch was Neues entdecken.

Ich habe heute den großen Unterschied zu Elbing (Elbląg) klar begriffen: Danzig (Gdańsk) hat Seele. Elbing (Elbląg) hat sie – möglicherweise noch – nicht. Obwohl auch Danzig (Gdańsk) sozusagen eine künstliche Stadt ist, hat sie einen eigenen Charakter. Elbing (Elbląg) wirkt wie Disney World. Teilweise ganz hübsch anzusehen, aber eben alles nur aus Pappe.

Es ist einfach toll hier!

Ich weiß natürlich auch, dass diese Ausnahmesituation von Urlaub und tollem Wetter nicht immer herrschen kann. Deswegen würde ich total gerne vier Wochen, drei Monate oder auch länger hier leben. Es wäre wirklich toll, wenn das dieses Jahr noch etwas werden würde. Ich habe zumindest ein wenig etwas angeleiert.

Falls jemand meiner mir unbekannten Leser jemanden kennt, der oder die eine Wohnung in der Dreistadt (Trójmiasto) hat und für eine gewissen Zeit mit mir meine Wohnung in Berlin tauschen möchte, bitte melden!

Der Abschied wird mir jetzt nur versüßt durch die Aussicht auf Samstagnacht in Berlin. Punks! Party! Sex! Drogen!