Family affairs
30 Jan 2011 Achim Bodewig 0 comments

30 Jan 2011 Achim Bodewig 0 comments
29. Januar 2011, 16.06 Uhr

Bisher kannte ich diesen Brauch nur aus Italien, vom Ponte Milvio in Rom. Ein Vorhängeschloss mit dem eigenen und dem Namen der oder des Liebsten darauf an die Brücke schließen. Offenbar fängt das jetzt auch in Berlin an.
Gesehen an der Weidendammer Brücke.
29 Jan 2011 Achim Bodewig 2 comments
29. Januar 2011, 15.46 Uhr
Schon wieder ein Rentnerspaziergang mit Rumgemeckere.
Diesmal ist mir die »Domklause« im DDR-Museum beziehungsweise deren Speisekarte übel aufgestoßen:

Das Logo passt. Von den DDR-Eierbechern habe ich sogar auch noch welche im Schrank. »Sonja-Plastic. EVP M –,82«.

In der DDR gab es nie und nimmer Cappuccino oder Espresso.

Auch vegetarische Gerichte sind mir nie begegnet. Außer, man bestellte ausschließlich »Sättigungsbeilagen«.
29 Jan 2011 Achim Bodewig 1 comment
28. Januar 2011, 16.48 Uhr

Ein total originaler Škoda 1000 MB. Originalauto. Originalpatina. Original-DDR-Kennzeichen des Bezirks Dresden.
Gesehen in der Hannah-Arendt-Straße / Ecke Gertrud-Kolmar-Straße.
28 Jan 2011 Achim Bodewig 1 comment
28. Januar 2011
Bis heute war ich auch noch nicht in dem Dokumentationszentrum unter dem Holocaust-Denkmal. Zu lange Schlangen oder zu wenig Zeit hielten mich bisher von einem Besuch ab. Heute keine Schlange.
16.21 Uhr:

»Es ist geschehen, und folglich kann es wieder geschehen. Darin liegt der Kern dessen, was wir zu sagen haben.«
16.22 Uhr:

»Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisen begann die staatliche Verfolgung politischer Gegner und der Juden in Deutschland. Antisemitismus war erstmals Bestandteil der Regierungspolitik eines modernen Staates. Juden wurden zu Fremden gemacht, die Verfolgung schrittweise verschärft. Dabei griffen staatliche Verordnungen, Gewalttaten von Anhängern des Regimes und die Hetze der nationalsozialisten Presse ineinander. Die rechtliche Gleichstellung der Juden wurde schrittweise aufgehoben. Nach dem Erlass der ›Nürnberger Gesetze‹ im Jahr 1935 waren unter anderem Eheschließungen zwischen Juden und Nichtjuden verboten. Auch die deutschen Sinti und Roma wurden als Zigeuner durch die Gesetze entrechtet und diskriminiert. Zugleich erzwangen die Machthaber das Ausscheiden von Juden aus der gewerblichen Wirtschaft. Auf diese Weise sollte schon ab 1933, verstärkt aber seit 1937 ein Druck zur Auswanderung erzeugt werden.«
16.32 Uhr:

»31. Juli 1942
Lieber Vater! Vor dem Tod nehme ich Abschied von dir. Wir möchten so gerne leben, doch man lässt uns nicht, wir werden umkommen. Ich habe solche Angst vor dem Tod, denn die kleinen Kinder werden lebend in die Grube geworfen. Auf Wiedersehen für immer. Ich küsse dich innigst.
Deine J.
Nachschrift der zwölfjährigen Judith Wischnjatskaja unter den Brief ihrer Mutter Slata an den Vater; gefunden von einem sowjetischen Soldaten in Byten nahe Baranowicze in Ostpolen (heute Weißrussland). In Byten wurden über 1.900 Juden von deutschen Einheiten erschossen. Abschrift in Russisch, das Original ist verschollen.«
16.34 Uhr:

16.40 Uhr:
Meine Psyche erträgt das heute nicht. Ich muss das Informationszentrum unter Tage verlassen. Dann doch mal im Frühjahr oder Sommer Schlange stehen.
28 Jan 2011 Achim Bodewig 0 comments
28. Januar 2011
14.58 Uhr. Gummistiefel. Ein Gummistiefel:

15.01 Uhr. Glücksmaus auf der alten Gertraudenbrücke:

15.19 Uhr. Wo bekommt man bitte hunderte alter Nähmaschinen her? Die sind nämlich Dekoration in mindestens zwei Klamottenläden in der Stadt. Hier der im Erdgeschoss des Spreedreiecks:

15.29 Uhr. Sperrschilder am Reichstagsufer. Wirklich nur diese zwei. Spanisch. Französisch. Wir sind ja in Berlin.

15.43 Uhr. Typografische Grausamkeit an der Gustav-Heinem … äh … pardon, Gustav - Heinemann - Brücke:

15.55 Uhr. Denkmal für die ermordeten Reichstagsabgeordneten:

Auch dieses Denkmal kannte ich bislang nicht. Ich habe es bis heute nicht bewusst wahrgenommen. Ich wusste, dass die Nazis Reichstagsabgeordnete ins KZ gesteckt hatten. Dass sie aber 96 (!!) von ihnen umgebracht haben, wusste ich bis heute nicht. Unglaublich. Diese Barbaren!
16.07 Uhr. Kurzer Besuch im Buchladen in der Akademie der Künste am Pariser Platz:

16.12 Uhr. Tulpe auf einer der Stelen des Holocaust-Denkmals.

Eine von acht Tulpen. Gestern war Jahrestag der Befreiung des KZ Auschwitz. Ich vermute jetzt einfach mal, ein Überlebender hat eine Tulpe für jeden Ermordeten aus seiner Familie abgelegt. Barbaren, diese Nazis.
28 Jan 2011 Achim Bodewig 0 comments
27 Jan 2011 Achim Bodewig 0 comments
27. Januar 2011
Mein heutiger Mitte-Spaziergang führt mich zufällig ins .CHB (Collegium Hungaricum Berlin) in die Dorotheenstraße.
16.04 Uhr. Unbekannter Herr in einer Videoinstallation:

16.05 Uhr. Kleiner Sprachkurs:

16.08 Uhr. Bekannter Herr in einer Videoinstallation:

16.17 Uhr. Der Neubau des .CHB von außen:

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Antiquitäten, Architektur, Autsch
27. Januar 2011, 15.35 Uhr
Schon wieder ein Spaziergang. Gegen den Winterspeck. Gegen die Winterdepression. Heute sogar mit blauem Himmel.
Beim Laufen fallen mir viel mehr Dinge auf, an denen ich auf dem Fahrrad vermutlich einfach zu schnell vorbeifahre. Heute dieses Schild in der Burgstraße:

Da steht doch tatsächlich an einem maximal zehn Jahre alten Gebäude unter der Überschrift »Berliner Gedenktafel«:
»Im ehemligen Palais Itzig – dem heutigen Spreepalais am Dom […]«
Dieses Gebäude ist nicht das ehemalige Palais Itzig! Das Palais Itzig wurde – wenn ich es richtig sehe – schon um 1858 abgerissen, weil an dieser Stelle ab 1859 der Neubau der Berliner Börse errichtet wurde. Das »heutige Spreepalais« ist ein Neubau, der sich nicht einmal im Ansatz bemüht, so auszusehen wie eines der Vorgängergebäude. Wie man auch unschwer an der Glasfassade erkennen kann. Warum wird in dieser Stadt so oft mit Geschichte so fahrlässig umgegangen?
Weiter heißt es übrigens auf dem Schild: »… wohnte der Begründer des modernen Judentums Israel Jacobsen […] Wegbereiter jüdischer Emanzipation in Deutschland. Er erneuerte das jüdische Schulwesen und errichtete 1810 in Seesen die weltweit erste Reformsynagoge. […]«
Aufmerksame LeserInnen erinnern sich, dass ich Ende November 2010 im Städtisches Museum Seesen war und ein Modell eben jener Synagoge fotografierte.
27 Jan 2011 Achim Bodewig 0 comments
27. Januar 2011, 12.08 Uhr

Vor ein paar Tagen musste ich mal wieder daran denken, welche Bücher ich in meiner Kindheit besonders geliebt habe.
Im Bücherregal meines Vaters waren es auf alle Fälle die mindestens zwanzig Brockhaus-Bände. In Leder gebunden und mit Goldschnitt. Ich liebte es, einfach darin rumzublättern und ziellos Artikel zu lesen.
Im Haushalt meiner Mutter war es ein Fotoband. »Die Hauptstädte Europas«. Ich war schon damals von den Städten im Osten besonders fasziniert. »Tirana – die verbotene Stadt«. »Warschau – die wiedererstandende Stadt«. Diese Kapitelüberschriften werde ich nie vergessen. Und auch nicht die Bilder dazu.
Das Buch habe ich mir vorgestern beim ZVAB bestellt. Für drei Euro. Eben hat der Postbote geklingelt und mir einen Umschlag aus Bad König in die Hand gedrückt. Das Buch ist viel kleiner, als ich es in Erinnerung hatte. Leider fehlt der Schutzumschlag. Das Buch riecht total oll. Die Bilder im Innenteil sind genau die, die ich seit dreißig Jahren im Kopf habe.
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27 Jan 2011 Achim Bodewig 0 comments
26. Januar 2011, 16.27 Uhr

Wie nennt man so etwas? Einen Widerspruch in sich selbst? Genau. Oxymoron.
26 Jan 2011 Achim Bodewig 0 comments
26. Januar 2011, 16.09 Uhr
Wenn ein Bild den heutigen Tag charakterisieren kann, dann dieses hier:

Im Sommer ein überfüllter Ort mit Palmen und Sonnenstühlen, Touristen und nackten Füßen, heute fies und verlassen, kalt und grau. Da passt dann auch der gleichfarbige Berlin-Warszawa-Express, der mir zufällig durchs Bild fährt.
26 Jan 2011 Achim Bodewig 0 comments
Antiquitäten, Architektur, Ausstellungen
26. Januar 2011
Ein kleiner Winterspaziergang, einmal um die Spreeinsel. Zu Beginn ein kurzer Besuch in der Friedrichswerderschen Kirche, gleich bei mir um die Ecke.
15.30 Uhr. Blick auf die Schinkel-Ausstellung:

15.34 Uhr. Hermes’ Hintern:

15.35 Uhr. Luise und Friederike:

15.38 Uhr. Terrakotta-Jungs (Fensterbrüstung der Bauakademie):

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