27. Januar 2011, 15.35 Uhr

Schon wieder ein Spaziergang. Gegen den Winterspeck. Gegen die Winterdepression. Heute sogar mit blauem Himmel.

Beim Laufen fallen mir viel mehr Dinge auf, an denen ich auf dem Fahrrad vermutlich einfach zu schnell vorbeifahre. Heute dieses Schild in der Burgstraße:

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Da steht doch tatsächlich an einem maximal zehn Jahre alten Gebäude unter der Überschrift »Berliner Gedenktafel«:

»Im ehemligen Palais Itzig – dem heutigen Spreepalais am Dom […]«

Dieses Gebäude ist nicht das ehemalige Palais Itzig! Das Palais Itzig wurde – wenn ich es richtig sehe – schon um 1858 abgerissen, weil an dieser Stelle ab 1859 der Neubau der Berliner Börse errichtet wurde. Das »heutige Spreepalais« ist ein Neubau, der sich nicht einmal im Ansatz bemüht, so auszusehen wie eines der Vorgängergebäude. Wie man auch unschwer an der Glasfassade erkennen kann. Warum wird in dieser Stadt so oft mit Geschichte so fahrlässig umgegangen?

Weiter heißt es übrigens auf dem Schild: »… wohnte der Begründer des modernen Judentums Israel Jacobsen […] Wegbereiter jüdischer Emanzipation in Deutschland. Er erneuerte das jüdische Schulwesen und errichtete 1810 in Seesen die weltweit erste Reformsynagoge. […]«

Aufmerksame LeserInnen erinnern sich, dass ich Ende November 2010 im Städtisches Museum Seesen war und ein Modell eben jener Synagoge fotografierte.