22. September 2011, 20.30 Uhr

Mitte. Berlin-Mitte. Ich wohne in Mitte. Mitte-Mitte. Ich arbeite derzeit in Mitte. Mitte-Mitte-Mitte. Ich mache seit ein paar Tagen Mittagspause mit einem Spaziergang an der Spree in Mitte. Mitte-Mitte-Mitte-Mitte (heute natürlich nicht, da die Gegend um den Reichstag weiträumigst abgesperrt war).

Ich lebe seit über zwanzig Jahren in Berlin und seit sechs Jahren auf der Fischerinsel. Ich kann mich nicht erinnern, dass es wegen eines Staatsgasts schon einmal so einen massiven Aufstand in der Stadt gab. Verstopfte Straßen. Hunderte von Polizisten, die in oder vor ihren Einsatzbussen rumlungern. Polizeiautokolonnen, die ständig mit Martinshorn durch die Stadt rasen. Hubschrauber, die laut knatternd über der Stadt kreisen. Zugeschweißte oder verplomte Gullydeckel. Wege, die auch für Fußgänger gesperrt sind. Den ganzen Tag. Alleine die heutige Lärmbelästigung ist eine unglaubliche Zumutung.

Wer zahlt das alles eigentlich? Der Vatikan? Die katholische Kirche in Deutschland? Oder wir? Du und ich?

Tut mir leid, aber ich finde das völlig durchgeknallt und unverhältnismäßig.

Das Hubschraubergeknatter hat sich jetzt immerhin an den Südstern verlagert (für mich noch immer in Sicht- und Hörweite), wo der Papst in der Apostolischen Nuntiatur seine heutige Nacht verbringen wird.