11. September 2012, 6 Uhr

In alter Schlafsack-Camping-Tradition bin ich früh wach. Bei der Geräuschkulisse im Hintergrund aber auch kein Wunder. Vom »Busen der Natur«, von der ich gestern Aron in einer E-Mail etwas schrieb, ist hier bei Brieselang nichts zu spüren. Der Berliner Ring ist keine tausend fünfhundert Meter entfernt. Ich brauchte gestern aber einen Schlafplatz und außer diesem Campingplatz standen nur noch die Regionalbahn und Fahrt nach Hause zur Auswahl.

Gestern am früheren Abend dachte ich noch, ich müsste vielleicht wieder wild campen. In der Döberitzer Heide. Die habe ich in Süd-Nord-Richtung durchquert. Schwierige Übung, sage ich euch. Sandige Wege. Und keine Menschenseele. Dafür Wildpferde (hab ich sogar gesehen), Wisente (meine ich gehört zu haben) und vielleicht sogar Mammuts. Die Sandwege hielten mich so lange auf, dass sich die Sonne bedrohlich dem Horizont näherte. Aber ich habe es dann doch noch in die Zivilisation geschafft. Neben mir die Autobahn und über mir die Einflugschneise vom Flughafen Tegel. Super.

Und heute? Gestern nach Aufbau des Zeltes und nach einer warmen Dusche schaute ich mir die Gegend auf Google Maps an. Eher trostlos und langweilig. Im Norden locken hingegen Lindow (Mark) und Rheinsberg. Lindow (Mark) ist knapp 60 Kilometer entfernt. Eine Tagestour. Einen Campingplatz an einem See gibt es dort auch. Der Dienstag schien grob geplant.

Doch dann der Blick auf die Wetterprognose: tagsüber zwar noch einmal fast dreißig Grad, aber Regen ab Nachmittag, Mittwoch sogar Temperatursturz auf unter zwanzig Grad.

Jetzt werde ich wohl einen kleinen Teil der gestrigen Strecke zurückfahren, mir die Reste des Olympischen Dorfes bei Elstal anschauen und dann die knapp vierzig Kilometer zurück nach Berlin fahren.

Schade. Rheinsberg hätte mir als Abschluss gut gefallen.