1. April 2013, 18.20 Uhr

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Gesehen an der East Side Gallery.

Kleine Anmerkung zu den Mauerstücken, die dort noch stehen: Im Tagesspiegel wurde dieser Tage kolportiert, an Ostern seien zwei Millionen Touristen in Berlin. Ich halte die Zahl für Quatsch. Realistischer sind zwei Millionen Übernachtungen. Macht bei einem langen Wochenende mit vier Tagen eine halbe Millionen Gäste in der Stadt. Das kann schon eher sein.

Etwa ein Viertel davon befand sich heute an der East Side Gallery. Ich fand die Kunstaktion vor zweiundzwanzig Jahren etwas seltsam, das Getue darum seither auch nicht ganz nachvollziehbar, dachte aber immer, wie gut, dass wenigstens dort noch die Monstrosität und auch Absurdität der Berliner Mauer noch gut zu sehen ist. Wenn auch inzwischen mit einem bizarren Disneyland-Anstrich.

Wer die Bedeutung dieser Mauer für Berlin und seine Geschichte bis heute nicht begriffen hat, dem ist wirklich nicht zu helfen. Diese für ein paar Luxusbehausungen zu opfern, halte ich für einen noch größeren Fehler als den großflächigen Abriss der Mauer im Sommer 1990. Damals dachte ich schon: Berlin, das wird dir mal noch sehr Leid tun.