30. Juli 2015

16.57 Uhr. Eben bin ich durch den Park am Gleisdreieck gefahren und habe gedacht, wie schön Berlin doch sein kann.

16.58 Uhr. Und nun das:

2015-07-30-1658.jpg

Computerschrott auf der Straße. Ein schottiges Auto auf einem Hänger aus Moldavien. Beides steht bestimmt in vier Wochen noch rum.

16.59 Uhr. Keine hundert Meter weiter:

2015-07-30-1659a.jpg

Unsere alte Kommode? Brauchen wir nicht mehr. BSR anrufen? Ach was, einfach auf die Straße stellen.

Direkt gegenüber:

2015-07-30-1659b.jpg

Fahrradskelette gehören ja schon fast zum Berliner Straßenmobiliar.

17.00 Uhr. Am nächsten Hauseingang:

2015-07-30-1700.jpg

Unsere alte Matratze? Brauchen wir nicht mehr. BSR anrufen? Ach was, einfach auf die Straße legen.

Unseren alte Stuhl? Brauchen wir nicht mehr. BSR anrufen? Ach was, einfach auf die Straße stellen.

Unseren kaputten Wäscheständer? Brauchen wir nicht mehr. BSR anrufen? Ach was, einfach auf die Straße schmeißen.

Zu dem ganzen anderen Müll. Stört in Berlin ja keinen.

17.01 Uhr. Ecke Kurfürstenstraße / Potsdamer Straße. Ich halte an der Ampel an und sehe rechts von mir, wie sich die Türe eines Toilettenhäuschen öffnet, zwei Leute noch darin stehen, eine Frau mit unglaublich dünnen Beinen, die sich gerade den Slip hochzieht und ein Typ, wie er sich den Hosenlatz zuknöpft. Während sie das tun, treten sie auf die Straße, damit auch alle sehen, was sie gerade gemacht haben. Immerhin ist die Frau jetzt gerade am Zurechtrücken ihrer Haare angelangt:

2015-07-30-1701.jpg

Entweder haben die gerade gefickt. Oder gefixt. Oder beides. Wobei? Geht das überhaupt? Fixen und ficken?

Berlin ist an manchen Ecken echt so dermaßen runtergekommen und abgefuckt. Das wird einem erst wieder durch die Distanz bewusst.