11. August 2015

Schwäbisch Hall liegt in einem tiefen Tal. Dem Kochertal. Kommt man von Westen und will weiter Richtung Osten, muss man auf der einen Seite runter ins Tal und auf der anderen wieder rauf. Der Höhenunterschied beträgt fast 200 Meter. Mit einem vollbepackten Fahrrad durchaus die Überlegung wert, das Tal mit der Bahn auf einem Viadukt zu überqueren. Also fahre ich die knapp drei Kilometer Luftlinie vom Bahnhof Schwäbisch Hall zum Bahnhof Schwäbisch Hall-Hessental mit der Bahn. Macht dann sieben Kilometer Bahnstrecke.

Vorher schaue ich mir aber die traurige Überreste des Bahnhofs Schwäbisch Hall an. Schon seit Jahren wird der Personenverkehr an nur noch einem Bahnsteig und an einem Gleis abgefertigt. Das Bahnhofsgebäude ist verwaist. Ich kann mich noch an zwei Bahnsteige erinnern und vor allem an richtig viel Gütergleise. Güterverkehr gibt es hier gar nicht mehr.

20.42 Uhr. Zu meiner großen Überraschung gibt es aber noch ein intaktes zweites Gleis, wenn auch hinter dem zugewuchtertem Bahnsteig 2 kaum vom Bahnsteig 1 auszumachen:

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20.43 Uhr:

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20.50 Uhr:

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21.03 Uhr. Ankunft am Bahnhof Hessental:

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Das Nichtbefahrenmüssen einer der drei möglichen Aufstiege vom Kochertal hinauf zur östlichen Hohenloher Ebene erkaufe ich mir mit dem Hinunter- und anschließendem Hinaufschleppen meiner vier Ortlieb-Taschen und des Fahrrads durch die Unterführung am fahrstuhllosen Bahnhof Hessental.

Und wieder frage ich mich: was machen Rollstuhlfahrer oder stark Gehbehinderte an diesem Bahnhof?