3. April 2016

14.11 Uhr. Demo-Selfie vor dem Sejm:

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Am Donnerstag hat Ministerpräsidentin Beata Szydło in einem Radio-Interview angekündigt, das bisher schon ziemlich strenge Abtreibungsrecht in Polen weiter verschärfen zu wollen. In Zukunft sollen Abtreibungen auch nach Vergewaltigungen, bei schweren und schwersten Behinderungen des Fötus’ sowie bei Gefahr für Gesund und Leben der Schwangeren verboten werden. Da steckt natürlich die katholische Kirche in Polen dahinter.

Die PiS-Leute haben echt nicht mehr alle Tassen im Schrank. Beziehungsweise nicht mehr alle Kleiderbügel.

15.19 Uhr:

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»Nie dla torturowania kobiet«. Nein zur Gewalt an Frauen. Der Slogan der heutigen Demo. Organisiert von Razem. Der einzigen einigermaßen bedeutenden linken Partei Polens, die es aber bei der letzten Parlamentswahl im Herbst 2015 nicht in den Sejm geschafft hat.

Fast alle Teilnehmenden an der Demo sind mit Kleiderbügeln gekommen, die werden nun an den Bäumen gegenüber des Sejm-Gebäudes aufgehängt. Das Bild mit den Kleiderbügeln ist klar, oder? Mit solchen Drahtwerkzeugen werden üble Hinterzimmer-Abtreibungen vorgenommen.