13. September 2016

Es kam gestern Abend zu dem, vor dem ich mich gefürchtet hatte: es war stockdunkel, ich zitterte vor Hunger, musste also Halt machen und was essen. Ein Bushaltestellenhäuschen bot sich an. Nach einem Käsebrötchen überlegte ich, ob ich mich im Dunkeln trotz guter Beleuchtung von wahnsinnigen Autofahrern totfahren lassen will oder ob ich die Nacht an der Bushaltestelle zubringen möchte.

6.54 Uhr. Ich hab mich für die Bushaltestelle entschieden:

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Dieses arme Kind wartet schon vor 7 Uhr auf seinen Schulbus. Und versucht krampfhaft, nicht in meine Richtung zu gucken.

Ich bin der kosmetischen Industrie extrem dankbar, dass sie feuchte Reinigungstücher entwickelt hat und finde mich sehr schlau, dass ich mal welche gekauft und sie vor drei Tagen auch zum Reisegepäck gepackt habe. So konnte ich gestern Abend zuerst meine Beine und anschließend die Bank, auf der ich schlafen sollte, etwas säubern. Die Beine waren wesentlich schmutziger als die Bushaltestellenbank.

9.31 Uhr. Nach vier Kaffees, zwei Brötchen und meiner Morgentoilette bin ich startbereit:

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Das ist übrigens das »Dorf« Langenbrück (Lembruk), in dem ich übernachtet habe:

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Es scheint nur aus drei Plattenbauten zu bestehen. Und einer Bushaltestelle.