21. Juli 2017, 0.32 Uhr

Kleine Vorgeschichte zu diesem Foto:

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Bier trinkend und Regenbogenfahne schwenkend war wir die vergangenen zwei Stunden nicht unauffällig. Ein sehr offensichtlich sehr homosexueller junger Mann näherte sich uns, bis wir irgendwann in Kontakt kamen. Die verstockten polnischen Homos machen das von sich aus nicht, also hab ich ihm irgendwann zugelächelt. Er lieh sich dann von mir die Fahne, ließ sich damit von seiner Begleiterin fotografieren, irgendwann fingen wir an miteinander zu reden.

Wir drei bis vier sehr selbstbewussten Schwule, die abwechselnd Polnisch, Englisch und Deutsch miteinander sprachen, müssen einen sehr großen Reiz auf ihn ausgelöst haben. So groß, dass er uns (dann nur noch zu dritt – Nummer vier muss morgens früh arbeiten gehen) zu sich nach Hause einlud. »Auf ein Bier.« Ich vermute eher, dass er eine kleine Orgie im Kopf hatte. Das hatten »wir Berliner« aber für uns schon ausgeschlossen.

Bei ihm zu Hause, Fußmarsch etwa 20 Minuten vom Sejm entfernt, musste ich gleich aufs Klo und sah dann das, was auf dem Foto zu sehen ist, auf der Ablage über dem Waschbecken. Keine 30 Sekunden, nachdem ich das Foto gemacht hatte – ich war noch nicht richtig fertig im Bad –, kam der Gastgeber rein und zog sich die zwei Lines. Vermutlich Mephedron. Mephedron ist sehr populär in Polen. Der Arme. Jetzt ist er total fickrig. Und wir wollen ihn nicht ficken.