30. August 2017

19.59 Uhr. Blick aus Zimmer 203 des Hostal Costa Blava:

2017-08-30-1959.jpg

In der vergangenen Viertelstunde habe ich meine Pläne für heute noch einmal umgeworfen. Ich werde heute nicht mehr bis nach Cadaqués fahren. Ich müsste über noch drei Berge ähnlichen Kalibers wie der Höhenzug mit der Grenze. Der Wind ist echt tückisch, auch wenn er meist von hinten kommt. In einer Stunde wird es dunkel, ob ich bis dahin die noch verbleibenden 35 Kilometer schaffen werde, ist sehr fraglich.

Morgen regnet es den ganzen Tag. Es ist Arbeit angekündigt. Ich müsste mich also am Morgen aus dem verregneten Zelt schälen und mit dem MacBook unterm Arm in ein Café setzen. Das sind sehr triste Aussichten für die ersten Stunden des morgigen Tages.

Bei der Einfahrt nach Portbou hat mich eben wieder dieser morbide Charakter des Ortes gefangen. Ich erinnere mich, wie ich 1986 und auch 1991, als ich hier durch den Ort fuhr, fasziniert war von dem kleinen Städtchen. Diese massiven Bahnanlagen, die man von oben bei der Einfahrt sehen kann. Diese leicht melancholische Stimmung, die über dem Ort zu schweben scheint.

Dann sehe ich das Schild »Hostal Costa Blava«, am Hoteleingang ein Wi-Fi-Logo. Ich denke, ach, komm, Achim Bodewig, jetzt geh da rein und frage, was ein Zimmer kostet. Richtig günstig ist es nicht, aber um die 120 Euro für zwei Nächte sind okay.

Ich habe mich jetzt also – statt wie geplant, zwei Nächte im Zelt au dem Campingplatz in Cadaqués zu schlafen – für zwei Nächte in Portbou eingemietet.

20.43 Uhr. Bier auf der Hotelterrasse:

2017-08-30-2043.jpg

Ich bin sehr zufrieden mit meiner Entscheidung.